Brot und Gesetze brechen. Christlicher Antimilitarismus auf der Anklagebank
Brot und Gesetze brechen
Christlicher Antimilitarismus auf der Anklagebank
Jakob Frühmann, Cristina Yurena Zerr

Vor wenigen Wochen schien das Kernanliegen des Buches beinahe aus der Zeit gefallen: Ordensschwestern, Großmütter, Priester oder Postangestellte brechen in Militärbasen ein, um gegen dort stationierte Atombomben zu protestieren.   Obwohl die globalen Militärausgaben exorbitant sind, bewaffnete Konflikte weltweit angeheizt werden und die nukleare Aufrüstung vorangetrieben wird, engagieren sich nur wenige für friedenspolitische und antimilitaristische Anliegen. Seit dem Krieg in der Ukraine erlangt das Thema eine erschreckende Aktualität.  Umso wichtiger ist es, einige jener zu porträtieren und zu Wort kommen zu lassen, die seit Jahren konsequent für Abrüstung eintreten. Die Pflugscharbewegung wurde zum Symbol radikal christlicher und gewaltfreier Praxis. So etwa im deutschen Büchel, wo US-Atomwaffen gelagert werden, oder in Kings Bay (USA), einer Basis für U-Boote mit nuklearen Sprengköpfen. An beiden Orten fanden 2018 Einbrüche statt, um mittels zivilem Ungehorsam gegen die Gewalt und Autorität des Staates Widerstand zu leisten – die Konsequenz waren Prozesse und mehrjährige Haftstrafen.   Das Buch „Brot und Gesetze brechen“ gibt die bemerkenswerten Abschlussplädoyers der angeklagten Aktivist*innen wieder und versammelt Beiträge zur Frage von Abrüstung von unten, zur Geschichte christlich-antimilitaristischen Widerstands und zu blinden Flecken in linken Bewegungen. Es liefert in Zeiten zunehmender Aufrüstung Impulse für eine neue Friedensbewegung fernab bürgerlicher Religiosität – und für jene, die in Distanz zum Christlichen stehen, überraschende, motivierende Zugänge.

Biographien:

Jakob Frühmann lebt in Wien und im Südburgenland. Nach dem Studium der Theologie, Germanistik und der Internationalen Entwicklung arbeitet er als Lehrer und Autor. Er ist aktiv in der antifaschistischen Gedenkarbeit und bei Sea-Watch. 2018 erschienen bei lex liszt 12: Verschleppt, verdrängt, vergessen. Zur Erinnerung an die Romnija und Roma aus Jabing. 

Cristina Yurena Zerr lebt zwischen Wien und Gran Canaria. Sie arbeitet als freischaffende Filmemacherin, zuletzt an einem Dokumentarfilm zum Verhältnis von Glaube und gewaltfreiem Widerstand. Sie publiziert zu den Themen ziviler Ungehorsam und antimilitaristischer Widerstand in unterschiedlichen Zeitschriften.

176 Seiten
Mandelbaum Verlag eG
Erscheinungsdatum
2021
ISBN
978-3-85476-902-6