• Entprofessionalisieren wir uns!

    Ein kritisches Wörterbuch über die Sprache in Pflege und sozialer Arbeit

    Reimer Gronemeyer und Charlotte Jurk (Hg.)

    Plastikwörter aus der industriellen Produktion überrollen uns. Dieser Neusprech markiert und begleitet die zunehmende »Professionalisierung« von Pflege und sozialer Arbeit. Doch unter dem Vorwand der Optimierung wird tatsächlich die brutale Verdinglichung mitmenschlicher Zuwendung betrieben.

    Die Beiträger_innen plädieren für einen radikalen Kurswechsel und fordern eine Entprofessionalisierung im sozialen Bereich, die sie jedoch nicht als konkretes Programm verstehen. Vielmehr ermutigen sie dazu, sich des Korsetts der Effizienz zu entledigen und sich auf Warmherzigkeit und Großherzigkeit zu besinnen, die ein unverbildetes Können ausmachen.

    Umfang: 260 Seiten
    Erschienen: 1.5.2017
    Verlag: Transcript Verlag
    ISBN 978-383-7635-546
  • Blickwechsel.

    Die Kunst der Demenz

    Oliver Schultz

    »Aus diesen Bildern leuchtet uns ein, was unsere Lebensweise in das Vergessen drängen möchte.« Reimer Gronemeyer

    Die Zahl der Menschen, die mit einer Demenz leben, wächst stetig und wird in unserer alternden Gesellschaft in einigen Jahren bei etwa 2,5 Millionen liegen. Für Betroffene, Angehörige, für ambulant und stationär Pflegende, für die Kommunen und für das Gesundheitswesen wird daraus eine große Herausforderung erwachsen. Immer drängender stellt sich für jeden Einzelnen - persönlich, aber auch als Teil des gesellschaftlichen Ganzen - die Frage: Wie ist ein gutes Leben mit Demenz möglich?
    Niemals zuvor wurde so viel über Menschen mit Demenz gesprochen, doch kaum jemand spricht mit ihnen. Hier setzt der Band »Blickwechsel - Die Kunst der Demenz« an. Der Bildende Künstler und Demenzforscher Oliver Schultz hat fünfzehn Jahre lang Menschen mit Demenz in ihren eigenen künstlerischen Prozessen begleitet und dabei eine einzigartige Sammlung von Geschichten und Bildern zusammengestellt, in denen sie selbst zu Bild und Wort kommen. Ihre Bilder bergen Überraschungen, sind manchmal von unglaublicher Heiterkeit, ein anderes Mal von bebender Zartheit.
    Wird darin, wie nicht selten der Fall, nach Hinweisen auf ihre Erkrankung gesucht, verwandeln sich unsichere, verletzliche Linien in das Instrument der Pathologisierung. Die den Bildern beigegebenen Texte erzählen von Begegnungen voller Humor, Wärme und Menschlichkeit. So kann das Buch eine ganz andere, spielerische und hoffnungsvolle Haltung zur Demenz ermöglichen.
    Das Buch »Blickwechsel - Die Kunst der Demenz« will die Menschen mit Demenz durch ihre Bilder selbst sprechen lassen und zu ihrer Entstigmatisierung beitragen. Es ermöglicht die Begegnung mit dem bildnerischen Denken, Fühlen und Tun von Betroffenen und ermutigt zu einer neuen Sicht auf Demenz. Zugleich ist der Band ein wertvolles Handbuch mit Anregungen zum künstlerischen Arbeiten in der Praxis, aber auch ein Geschenkbuch für Angehörige und Interessierte.

    Erschienen: Mai 2017
    Verlag: Edition Faust
    ISBN 978-394-5400-418
  • Die Weisheit der Alten

    Sieben Schätze für die Zukunft

    Reimer Gronemeyer

    Der gesellschaftliche und humanitäre Reichtum des Alters
    Wir leben in einer innovationssüchtigen Zeit. Was alt ist, das ist auch schlecht. In seinem ebenso klugen wie faszinierenden Buch dreht Reimer Gronemeyer den Spieß um. Er weiß: Alte Menschen hüten einen Schatz, den es neu zu entdecken gilt. Er zeigt in pointierter Weise, welchen gesellschaftlichen und humanitären Reichtum das Alter in sich birgt.

    »Die Schätze der Alten sind nicht wie eines dieser bunten Ostereier, die als ›Kinder-Überraschung‹ angepriesen werden. Auch nicht wie eine Wundertüte. Die Schätze der Alten konzentrieren sich in ihren Erfahrungen – und die sind manchmal bitter und sogar fürchterlich. Wenn man nach diesen Schätzen der Alten sucht, stößt man nicht unbedingt auf eine Kiste mit Goldbarren, sondern womöglich auf Erfahrungen, die Schuld, Unglück, Leid und Hass offenbaren. Keine süße Schokolade, keine blauen Plastik-Schlümpfe, sondern Abgründe. Verstörendes. Aber gerade darin kann dann mehr Weisheit, mehr Erfahrung und mehr Tiefe zu finden sein als in platter Positivität. Die Schätze der Alten sind nicht eine Ressource, die sich zur Ausbeutung anbietet. Sondern im besten Fall ein ‚Lebensmittel’ ein Mittel, das den Jüngeren Lebensanlässe bietet. Die Erinnerungen der Alten sind kein Kitschparadies, sondern harte Wirklichkeiten. Die im Leben der Alten gesammelten Erfahrungen können den Nachkommen als Wegweisung dienen, als Trost, als Ermutigung.« (Reimer Gronemeyer)

    Umfang: 216 Seiten
    Erschienen: Februar 2018
    Verlag: Herder
    ISBN 978-3-451-60043-2
  • Bodenlos

    Vom Verschwinden des Verlässlichen

    Charlotte Jurk und Reimer Gronemeyer (Hrsg.)

    Vom Leben in der Bodenlosigkeit sprechen die Beiträge des Bandes – sei es als erlebte Lebensgeschichte, Denkgeschichte oder in Reflexion alltäglicher Erfahrungen der Isolation und Verlassenheit. Sie öffnen den Blick dafür, dass der Verlust des Bodens unsere Kultur und unser Dasein radikal verändert. »Bodenlos« ist eine genaue Beschreibung für das globale Phänomen der Landvertreibung. Dies hat Enteignung und Entwurzelung von Hunderttausenden von Menschen in der so genannten Dritten Welt zur Folge. Auch bei uns verschwindet das fruchtbare Land (der Humus) dieser Erde in Folge einer agrotechnischen Großindustrie, die machtvoll die Verödung und Vergiftung einstiger Kulturlandschaften vorantreibt. »Bodenlos« ist aber auch die beispiellose Verwüstung des sozialen Lebens in den Ländern des reichen Nordens. Einsamkeit, Bindungslosigkeit und der aufge- zwungene Verzicht auf ein tätiges, erfahrbares Leben bringen ein Lebensgefühl hervor, das kaum noch Grund unter sich spüren kann. 

    Verlag: Brandes & Apsel
    ISBN 978-3-86099-690-4
  • In den Flüssen nördlich der Zukunft

    LETZTE GESPRÄCHE ÜBER RELIGION UND GESELLSCHAFT MIT DAVID CAYLEY

    Ivan Illich

    Ivan Illich zeigt in diesen Gesprächen mit David Cayley, in welcher Weise die moderne Gesellschaft in all ihren Widersprüchen und Verästelungen aus der Geschichte des Christentums und der Kirche verstanden werden muß. Seine provozierende These ist, daß die westliche Zivilisation nur angemessen als Korruption der christlichen Botschaft verstanden werden kann.
    Ivan Illich erkennt, daß die Moderne weder die Erfüllung, noch die Antithese zum Christentum darstellt, sondern vielmehr als dessen Perversion begriffen werden muß. Er argumentiert, daß die Anfänge der westlichen Moderne auf eine radikale Veränderung der lateinischen Christenheit zurückgehen, in deren Folge die Kirche ihre Macht einsetzte, um die Menschen zu formen und zu disziplinieren. Die Versuche der Kirche, den Weg zur Erlösung und die Erlösung selbst mittels eines umfassenden Regelsystems zu garantieren und zu regulieren, brachten eine fatale Wertschätzung von Normen und Regeln mit sich, die nicht nur im abendländischen Rechtssystem, sondern auch in der Ethik ihren Niederschlag gefunden hat. Illichs Analyse der gegenwärtigen Gesellschaft bietet eine neue Sicht auf das Christentum und die Grundlagen der abendländischen Kultur.

    Erschienen: 2006
    Verlag: C.H. BECK
    ISBN 978-340-6542-145