Warum sich reparieren lohnt

Projekt von

Das Repair-Café Wiesbaden wurde von der Stiftung Convivial beim Anmieten, dem Auf- und Umbau eigener Räumlichkeiten unterstützt. 

Aus dem Antrag des Repair-Cafés heißt es:
»Schneller kaufen – schneller wegwerfen; in einem Wirtschaftssystem, in dem die Kaufzyklen beschleunigt werden durch die bewusste Verkürzung der Produktlebensdauer, liegt unser »Repair Café 4 all« außerhalb kapitalistischer Verwertungslogik. Wir erhalten Dinge im gemeinsam Reparieren, sind damit sozial und schonen die Umwelt in zweierlei Hinsicht: Erstens durch die Vermeidung von Müll und zweitens durch die Schonung unserer Ressourcen, deren Förderung ebenfalls mit erheblichen Umweltschäden verbunden ist. 
Im gemeinsamen Reparieren liegt eine weitere soziale Komponente: Die Erhaltung des Wissens und der Fähigkeiten um das Reparieren. Reparieren ist eine alte Kulturtechnik, die heute im Zuge von Obsoleszenzstrategien der Hersteller zu verschwinden droht. (Viele heutige Geräte sind nicht mehr reparierbar, oder so angelegt, dass nur noch fehlerhafte Komponenten ausgetauscht werden müssen/können.) 
Händler stellen Neukauf gerne als wirtschaftliche, alternativlose Entscheidung gegenüber dem Reparieren dar – das »Repair Café 4 all« stellt somit aktiven Widerstand gegen diese verkürzte ökonomische Sicht dar. Was bei dieser verkürzten Sicht nicht erwähnt wird, sind die enormen Kosten, die durch den Naturverbrauch (Umweltschäden) bei der Förderung der Rohstoffe und bei der Entsorgung des Mülls entstehen. Diese Kosten trägt in der Regel die Gesellschaft und nicht der Hersteller bzw. Entsorger. Würden sie mit eingerechnet, ergäbe sich eine völlig andere Kalkulation der Preise und zu Reparieren würde sich wieder lohnen. 
Unser Menschenbild ist nicht das des »Homo oeconomicus«, das in der Wirtschaftswelt beschworen wird. Wir sehen alle Menschen als freie Wesen, die schöpferisch mit der Umwelt und in der Gesellschaft miteinander umgehen können sollen und der Erhaltung unserer Lebensgrundlagen verpflichtet sind...«